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7. September 2009 von AStA 

Im Mai und Juni 2009 sind wir in unserer Sommersemester-Ringvorlesung der Frage danach, was  Bildung sei, nachgegangen. An acht Nachmittagen haben wir über den Bildungsbegriff, über Voraussetzungen und Inhalte von Bildungsprozessen, über Vorzüge und Unzulänglichkeiten von Bildungseinrichtungen sowie über das Versprechen der Aufklärung, Fortschritt (Humanisierung) durch Bildung, diskutiert. In jeder der Diskussionen schien dabei durch, dass es offenbar einen wesentlichen Zusammenhang zwischen Bildungsstand und „Zugang zu Welt“, Bildungszugang und Gesellschaftsbeteiligung, Bildung und Befreiung (Emanzipation) gibt. Das Wahrnehmen dieses Zusammenhanges und das Ziehen entsprechender Konsequenzen scheint demnach wesentlich für das Funktionieren demokratischer Gesellschaften zu sein.

Unter dem Titel „Subjekt Gesellschaft – Beiträge zur Analyse unserer Zeit“ wollen wir mit einer neuen Ringvorlesung nun einen Schritt weiter gehen: Wir fragen nicht mehr nach den Bedingungen von Bildung, sondern drängen nach Erkenntnis selbst. Denn ganz wie Goethe seinen Faust fragen lässt, was die Welt im Inneren zusammenhält, interessiert uns im Wintersemester das (kulturelle, soziale, ökonomische) Konstituiv unserer Gesellschaft. Unser Untersuchungsinteresse entspricht dabei dem, was Marx die „Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft“ nannte. Es muss also gefragt werden nach: Wie bilden Menschen Gesellschaft und was sind die Grundlagen dieser Gesellschaft? Wie funktioniert die Vergesellschaftung der „einzelmenschlichen Existenz“? Welche ist die Vermittlungsinstanz? Gibt es ein „Regelwerk“, das zugleich vorausgesetzt aber nicht offensichtlich ist? … kurzum: In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich und wer sind ihre Subjekte?

Mit der Suche nach Antworten, die wir in der Ringvorlesung geben und diskutieren wollen, verbinden wir nicht weniger als die Mündigkeitsperspektive, die die Aufklärung verspricht: Selbstermächtigung durch Einsicht in die tatsächlichen Verhältnisse. In neun Sitzungen verbinden wir also wissenschaftlichen Diskurs mit politischer Bildung, die für den Einzelnen wünschenswert eine Perspektive zivilgesellschaftlichen oder politischen Handelns eröffnen. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen.

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