Jennifer Ch. Müller

Kultur und Kapitalismus

Der Vortrag beginnt mit einem Exkurs zu dem Fetischcharakter der Ware in der Theorie von Karl Marx und deren Rolle in der von Theodor W. Adorno kritisierten Kulturindustrie. Anschließend wird in Anlehnung an Adorno die Funktion von Musik diskutiert sowie die Unmöglichkeit ästhetischer Urteile mit Bezugnahme auf Immanuel Kant erörtert. Die Diskussion des gesellschafts- und massenkulturkritischen Textes von Adorno beginnt mit der Untersuchung des Zusammenhangs von Kultur und Konsum in der kapitalistischen Gesellschaft. Anschließend wird die ästhetische Perspektive Adornos auf die Gesellschaft und deren Umgang mit Kunst im Allgemeinen und Musik im Besonderen thematisiert. In diesem Kontext wird erläutert, was Adorno genau unter der Regression des Hörens versteht. Zentrale Fragestellungen sind: Wie entsteht dieses Phänomen? Welches sind die Kennzeichen regredierter Hörer? Welche potentiellen Lösungsmöglichkeiten für dieses gesellschaftlich-ästhetische Dilemma sind aus Adornos Ausführungen ableitbar? Zur Veranschaulichung Adornos Argumentation und zur Untermauerung meiner zumindest minimal optimistischen Schlussfolgerungen werden die Analysen zweier Hörbeispiele vorgestellt.

Jennifer Charlotte Müller, Sozial- und Kulturwissenschaftlerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, sowie Lehrbeauftragte am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der FH Gießen-Friedberg, und arbeitet gegenwärtig an einer Studie über „Bildungsbegriff und Studienstrategien von Studierenden der Sozialwissenschaften“.

Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Gesellschaftstheorien, da insbesondere Kritische Theorie, Sozialisationstheorien, Bildungssoziologie, Soziale Ungleichheit.

GEW-Mitglied und ehremamtliche Funktionärin im Bereich Hochschule und Forschung auf Regional- und Landesebene