Der Idiotismus des Stadtlebens
Zur Kritik der urbanen Gesellschaft
Wenn wir von der modernen Gesellschaft sprechen, auch im kritischen Sinne, dann zumeist von der Stadtgesellschaft beziehungsweise von sozialen Verhältnisse, die sich nachgerade selbstverständlich als urbane Verhältnisse darzustellen scheinen. Die Stadt ist mithin zum originären, spezifischen Ort der gegenwärtigen Gesellschaft geworden; sie ist und bleibt der Maßstab für die aus der Moderne und Postmoderne hervorgegangenen Lebensformen, auch wenn die Struktur der Stadt selbst in den letzten zwei Jahrhunderten fundamentalen Veränderungsprozessen unterworfen ist. Insofern ist auch eine kritische Theorie der Gesellschaft immer als kritische Theorie der Stadt und der urbanen Lebensweise zu begreifen. Dabei erweist sich gerade angesichts der jüngsten global zu beobachtenden Stadtentwicklungsprozesse die kritische Theorie als notwendig, um wiederum auch eine aktuelle und den Verhältnissen adäquate Gesellschaftskritik zu formulieren.
In dem Vortrag sollen zum einen historische und systematische Grundlagen einer kritischen Theorie der Stadt dargestellt werden, zum anderen anhand neuester Entwicklungen, die allenthalben gegenwärtig sind, die kritische Theorie in ihren Schlüsselkategorien überprüft und aktualisiert werden.
Roger Behrens, 1967, Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten, u. a. der Leuphana Universität Lüneburg. Forschungsschwerpunkt: Kritische Theorie der Kultur und Gesellschaft, Ästhetik und Kunstphilosophie. Zahlreiche monografische Abhandlungen dazu; demnächst erscheint der Einführungsband ›Cultural Studies‹ (Hamburg 2010). Homepage (mit weiteren Informationen und Kontaktmöglichkeit): rogerbehrens.net