Stefan Müller

Gesellschaft und Kritik – zwischen ‘universellem Verblendungszusammenhang’  und ‘versöhnter Gesellschaft’ bei Theodor W. Adorno

Die Kritische Theorie Adornos rekurriert auf eine gesellschaftstheoretische Konzeption, die zwischen ‚universellem Verblendungszusammenhang’ (Adorno) und ‚versöhnter Gesellschaft’ oszilliert. Doch was bedeutet dies? Welche (Minimal-)Anforderungen an eine kritische Gesellschaftstheorie ergeben sich daraus?

Vor allem im Rückgriff auf Adornos Konzept einer negativen Dialektik werden im Vortrag elementare Probleme einer kritischen Gesellschaftstheorie dargestellt und diskutiert: Was ist und wie zeigt sich das Moment der Kritik innerhalb der Kritischen Theorie? Der Begriff der Dialektik spielt dabei ebenso eine hervorgehobene Rolle wie die gesellschaftstheoretisch unhintergehbare Unterscheidung von Wesen und Erscheinung, Subjekt und Objekt. Im Verhältnis von Autonomie und Heteronomie erweist sich die repressive Bestimmung eines ‚universellen Verblendungszusammenhangs’ (Adorno); der emanzipatorische Horizont öffnet sich im Blick auf die ‚versöhnte Gesellschaft’ (Adorno).

Stefan Müller, Soziologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Unterrichtsforschung an der Universität Frankfurt am Main.

Letzte Veröffentlichungen: Politische Bildung und Emanzipation. Theorien – Konzepte – Möglichkeiten, Schwalbach/Ts. 2009 (hrsg. mit J. Mende); Probleme der Dialektik heute. Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialpsychologie, Wiesbaden 2009 (Hg.).