Rassismus trotz Diversität. Wie und warum wir mit Rassismus soziale Ungleichheit herstellen
Chancenungleichheit im Bildungssystem, Residenzpflicht für Flüchtlinge, alltägliche Gewalt gegen „Andere“, Stigmatisierungen aufgrund von Hautfarbe, Verdächtigung aufgrund der Religion und alle Jahre wieder eine Debatte über Integration, wahlweise aufgekocht durch Wahlkämpfe oder Auslassungen einzelner wie z.B. Thilo Sarrazin. Damit sind nur einige Schlagworte aus einem Konglomerat verschiedener rassistischer Praxen genannt. Rassismus entsteht nicht nur durch das, was gesagt und getan wird, sondern auch durch das, was ausgeblendet wird: Wie gelingt es, „Weißsein“ als Normalität zu konstruieren, die nicht hinterfragt wird? Der Vortrag wird auf verschiedene rassistische Formen eingehen, die auch auf ihre historischen Linien hin befragt werden. Funktionen von Rassismus werden aufgezeigt und die Frage diskutiert, ob Rassismus in einer heterogenen und diversifizierten Gesellschaft nicht langsam ausgedient haben könnte.
Susanne Spindler, Prof. Dr., Jhrg. 1971, Studium der Dipl.-Pädagogik und Promotion an der Universität zu Köln. Von 1998 bis 2002 Mitarbeiterin an der Forschungsstelle für interkulturelle Studien an der Universität zu Köln/Soziologie. Von 2000-2008 Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln. 2004-2008 Bildungsreferentin der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW. Seit 2009 Professorin für Interkulturalität, Jugendarbeit und Sozialraum an der Hochschule Darmstadt.
Ausgewählte Veröffentlichungen:
- Corpus delicti. Männlichkeit, Rassismus und Kriminalisierung im Alltag jugendlicher Migranten. Unrast-Verlag, Münster 2006.
- Weibliche Kolonialbestrebungen nach der Kolonialzeit – Die koloniale Frauenschule in Rendsburg. In: Hoff, Walburga/Kleinau, Elke/Schmid, Pia (Hg.): Gender-Geschichte/n. Ergebnisse bildungshistorischer Frauen- und Geschlechterforschung. Köln, Böhlau-Verlag, 2008.