Thilo Naumann

Familie heute – gesellschaftliche Funktion und Alltagspraxis

Die Familie ist ein schillerndes Gebilde. Sie ist „Sozialisationsagentur der Gesellschaft“ (Erich Fromm) und zugleich ein intensives Beziehungsgeflecht. Heute zeigt sich eine Vielfalt von Familienformen, die aber in einen gemeinsamen gesellschaftlichen Kontext wachsender sozialer Ungleichheit und Ökonomisierung eingebettet sind. Damit einher geht einerseits die Gefahr, dass Familien durch Leistungszwänge und prekäre Alltage überlastet werden. Andererseits besteht die Chance, neue Spielräume für Selbstbestimmung, Empathie und Solidarität zu nutzen. Vor diesem Hintergrund geht der Vortrag der Frage nach, welche Beschädigungen in der Familie einsozialisiert zu werden drohen und welche politischen und sozialpädagogischen Maßnahmen zur Erweiterung emanzipatorischer Gestaltungsräume geeignet sein können.

Thilo Maria Naumann, Prof. Dr. phil., Dipl. Pol., Professor für Pädagogik am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit der Hochschule Darmstadt.
Studium der Politologie, Pädagogik und Psychoanalyse an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Promotion zum Thema “Kritische Theorie des Subjekts”. Langjährige Praxis in der Kinder- und Jugendhilfe sowie als Lehrbeauftragter an der Goethe-Universität und Fachhochschule Frankfurt am Main. Weiterbildung zum Gruppenanalytiker und Mitglied im Frankfurter Arbeitskreis für Psychoanalytische Pädagogik.
Ausgewählte Veröffentlichungen:
Beziehung und Bildung in der kindlichen Entwicklung. Psychoanalytische Pädagogik als kritische Elementarpädagogik. Psychosozial-Verlag Gießen (erscheint in Kürze)
Prävention in der Kindertageseinrichtung. In: psychosozial 111/2008
Sozialcharakter zwischen Spätkapitalismus und Postfordismus. In: Demirovic, Alex (Hg.): Modelle kritischer Gesellschaftstheorie. Traditionen und Perspektiven der Kritischen Theorie. Metzler-Verlag Stuttgart 2003
Das umkämpfte Subjekt. Subjektivität, Hegemonie und Emanzipation im Postfordismus. Edition Diskord Tübingen 2000